Notfallversorgung im Schockraum

Ist eine Intervention in einem Schockraum als stationäre Behandlung anzusehen? Mit dieser Entscheidung befassten sich bereits das Sozial- sowie Landessozialgericht für das Saarland.

Am 15.02.2015 wurde eine Patientin aufgrund von Bewusstseinsstörungen, unkontrollierten Bewegungen sowie Erbrechen mit dem Rettungswagen in die Neurologie einer Klinik eingeliefert. Nach erster Diagnostik wurde ein subdurales Hämatom festgestellt und die Patientin zur Intubation und Beatmung in den Schockraum verbracht. Noch am selben Tag erfolgten eine Operation in der Neurochirurgie eines anderen Krankenhauses sowie die Entlassung. Die Abrechnung der Versorgung im Schockraum beruhte auf einer stationären Behandlung.

Dieser Auffassung hat das Bundessozialgericht am 18.05.2021 nun jedoch widersprochen und den Sachverhalt als ambulante Notfallbehandlung eingestuft. Die stationäre Behandlung zeichnet sich dabei vor allem durch die physische und organisatorische Eingliederung in das spezifische Versorgungssystem des Krankenhauses aus. Im vorliegenden Fall fand jedoch nur eine Aufnahmeuntersuchung und Stabilisierung des Zustandes der Patientin statt. Danach wurde an ein anderes Krankenhaus zur dortigen Aufnahme der stationären Versorgung verwiesen.

 

Ein Terminbericht zum Aktenzeichen B 1 KR 11/20 R befindet sich unter:

https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Verhandlungen/DE/2021/2021_05_18_B_01_KR_11_20_R.html

 

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